Emiliana Torrini

Die junge Isländerin mit der außergewöhnlichen Stimme kommt eigentlich aus der Ecke der elektronischen Musik im Stile von Lamb, Portishead oder auch Björk. Mit Ihrem sehr schönen und intensivem Album „Fisherman’s Woman“ beweist Sie aber auch, dass ihr der Folk liegt.

Emiliana Torrini

Nun ist es ja so, dass zur Zeit junge Damen mit eher „fiepsigen“ Stimmen einen großen Hype erleben. Bei Ihr jedoch muss man sagen, dass alles stimmt: Von der Orchestrierung, die sehr sparsam mit Gitarre und wenigem Schlagwerk daherkommt über die Texte und Melodien eben bis hin zu Ihrer Stimme, die sich in die zarte Klangwolke sehr gut einfügt und dem ganzen die gewisse Gänsehaut verpasst. Ein wunderbares Album für die ruhigen Abende, das in sehr guter Qualität aufgenommen wurde.
Für mit dem Mediaplayer ausgestattete, ganz Neugierige gibt es auf Fabchannel einen Livestream eines Ihrer Konzerte, den man hier findet. Man gewinnt da einen guten Eindruck der sehr intensiven Atmosphäre, die das ganze ausstrahlt. Für mich ein absoluter Geheimtip!

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Joss Stone – The Soul Sessions

Joss Stone – The Soul Sessions wurde von der Kritik hoch gelobt. Zu Recht, wie ein „Selbstversuch“ nun ergeben hat. :-)
Seit gestern besitze ich die LP. Mein Freund Jörn hatte vor einigen Wochen schon sehr begeistert von Joss Stone berichtet. Mir war sie bis dato nur aus dem Radio bekannt, und mir gefiel der 60er/70er Jahre Soul-Stil auch sehr gut. Dank Jörns Begeisterung habe ich mich dazu durchgerungen, die Soul Sessions zu kaufen und ich muss sagen, dass ich sehr begeistert bin! Den Vergleich zwischen Joss und Janis Joplin, der häufig angeführt wird, halte ich jedoch für übertrieben – ein 17jähriges Mädchen kann keine Stimme haben wie jemand, der seit Jahrzehnten den Soul gelebt hat und auf entsprechende Lebenserfahrungen zurückblicken kann. Dennoch ist es erstaunlich, mit welchem „Schmelz“ Joss zur Sache geht: Der Soul kommt dermaßen authentisch rüber, dass es einem die Nackenhaare aufstellt. Zum Glück hat sich die Plattenfirma dazu durchgerungen, hochkarätige Mitmusiker an Joss‘ Seite zu stellen. Die Kombo spielt dermaßen erfrischend, dass es eine wahre Freude ist. Joss ist sicherlich eine der Neuentdeckungen der letzten Jahre.

The Soul Sessions

Was jedoch zu befürchten ist: schaut man z.B. auf Norah Jones, muss man feststellen, dass viele der jungen Talente sehr schnell auf den „schnöden Mammon“ schauen und von der Musikindustrie verheizt werden. Das ist bei Joss jedenfalls auch zu beobachten: Hört man in das Nachfolgealbum rein, stellt man fest, dass der bodenständige Soul der ersten LP zu Beliebigkeit und Austauschbarkeit verkommt. Schade bei einem solchen Talent! Genau wie bei Norah Jones werde ich an der ersten LP meine große Freude haben und die Weiterentwicklung nicht wirklich ernst verfolgen.

Zum Thema Lieblinge: John Zorn

Niemand muss Ihn mögen – wenige kennen ihn – die, die ihn kennen, spalten sich wie Atome… der bad guy des FreeJazz, ein Genie auf LSD, ein trashiger Dilettant? Was denn nun?

John Zorn spielt Altsaxophon und komponiert. Und er ist irgendwie wahnsinnig (meine Definition der Musik ist „TrashMetalBlastComicFunkPunkReggaeMetalJazz“) und ein Knitting Factory (New York) Schüler – noch Fragen? Es ist unglaublich, wieviel Energie in seinen Stücken steckt, aber es ist ebenso unglaublich, wie er komponiert: Er selbst sagt, sein großes Vorbild sei Carl W. Stalling, der die meisten Looney Tunes der Warner Bros. in den 40ern und 50ern vertonte. Und so, wie die Cartoons sind, arbeitet er auch: Collagenhaft, chaotisch, anarchisch und urkomisch. Sein musikalisches Spektrum ist aber viel weiter gefasst, so komponierte er viele moderne, aber sehr interessante Stücke für Streichquartet und Bläserensembles. Eine weitere Leidenschaft(nur filmerischer Natur) verbindet ihn mit der Sado/Maso-Filmerszene Japans. Hier hat er einige Filme vertont, die aus bestimmten Gründen in Europa nie zu sehen waren und sind. Die Soundtracks sind aber auf CD erhältlich – interessante, sehr schwermütige Sachen, die schwer eingängig sind. Seine Arbeit mit Bill Laswell unter dem Bandnamen „Pain Killer“ ist legendär und nichts für schwache Nerven. Hab ihn live Ende der 80er irgendwo im Schwäbischen mit seiner Combo „Naked City“ gesehen – es war unbeschreiblich!

Man mag ihn oder nicht – ich bin jedenfalls ein Fan!

Check it out:

http://www.amazon.de/exec/obidos/ASIN/B000005J08/
(die CD für „Einsteiger“ – Naked City)

http://www.tzadik.com/
(sein eigenes Label mit sehr modernen Sachen)

http://members.tripod.com/%7EJFGraves/zorn-index.html
(inoffizielle Homepage über ihn, aber sehr informativ, wenn auch schlecht lesbar)