Na sauber! Yahoo hat einen chinesischen Journalisten „verraten“, der versuchte, im Web eine Information der kommunistischen Partei Chinas an ein „überseeisches feindliches Element“ (so der offizielle Sprachgebrauch in China) weiterzuleiten, die Informationen über die Rückkehr von Dissidenten enthielt. Das brachte ihn ins Gefängnis und auf in ein Umerziehungslager. Yahoo ist dabei ein Erfüllungsgehilfe, mit dessen Informationen es der Chinesischen Staatsführung überhaupt erst möglich war, den Mann zu identifizieren. Yahoo lieferte auf Anfrage alle Daten, die dafür benötigt wurden.
Nun gut, es gibt amerikanisches, deutsches und auch chinesisches Recht. Aber mit welcher Rechtfertigung handeln amerikanische Internetfirmen eigentlich so wie beschrieben?! MSN filtert Begriffe wie „Demokratie“ und „Menschenrechte“ und auch Google scheint mit dieser Praxis konform zu gehen. Das glauben Sie alles nicht?
Lesen Sie hier nach (und sagen Sie nicht, Spiegel online sei keine seriöse Quelle…)
Dabei ist Yahoo auch noch fein raus, so heißt es in deren Privacy Policy:
Yahoo! does not rent, sell, or share personal information about you with other people or nonaffiliated companies except to provide products or services you’ve requested, when we have your permission, or under the following circumstances:
…
* We respond to subpoenas, court orders, or legal process, or to establish or exercise our legal rights or defend against legal claims;
Wie „legal“ ist ein „claim“ oder „legal process“, jemanden wegen einer Weiterleitung einer Information ins Zuchthaus zu bringen? Heute der Chinese, morgen der Amerikaner (wg. der Anti-Terror-Gesetze) und übermorgen du und ich (ebenfalls wg. Anti-Terror-Gesetze oder sonstigem Schmuh)?
„Wachsam bleiben“ heißt die Devise! Und bevor mir die Hutschnur heute platzt, gehe ich lieber nach Hause!
