Google hat die Beta des „Blogsearch“ freigeschaltet. Diese Suchmaschine durchsucht alle indizierten Blogs nach Stichworten. Das könnte eine Konkurrenz zu Technorati werden, auch wenn Technorati (noch) sehr viel mehr Möglichkeiten bietet.
Neuerwerb: Neon Blue von Muriel Zoe
Das ACT-Label ist für einen hohen Standard, sowohl aufnahmetechnisch als auch interpretatorisch, bekannt. Die zweite CD von Muriel Zoe ist somit kein Aufguss ihres Erstlingswerks, sondern eine durch und durch neue Auflage eines anderen Stils. War die erste CD noch eher jazzig und gefüllt mit Standards, so ist „Neon Blue“ eher folk- und poplastig und geradezu beschwingt. Lässig interpretiert sie Pop-Klassiker wie „A hard day’s night“ oder „Ring of fire“ und erfreut den Zuhörer dabei mit ihrer klockenklaren Stimme, begleitet von einer sehr gut harmonierenden Band. Dabei triftet sie jedoch nicht in die Banalitäten des Pop-Einheitsbreis ab, sondern bleibt ihrem manchmal etwas „kantigem“ Stil gerecht.
Eine sehr schöne CD zum Entspannen und Hinhören.

Neuerwerb: Daily Mirror mit Rebekka Bakken und Wolfgang Muthspiel
Was soll man sagen, wenn eine Stimmakrobatin und ein Akrobat an der Gitarre aufeinandertreffen und ihre unterschiedlichen musikalischen Erfahrungen zusammenwürfeln? In diesem Fall sicherlich eines: Fantastisch, goßartig, unkonventionell und kreativ.
Daily Mirror ist sicherlich mit die beste CD, die ich mir in den letzten Jahren zugelegt habe: Zwischen Jazz, Folk und zeitgenössicher Musik hin- und herspringend entfachen die beiden mit der exzellenten Band ein Feuerwerk an Emotionen, das seinesgleichen sucht!
Sie – die kühle Osloerin – haucht, summt und umschmeichelt einen so mit ihrer Stimme, dass man innerhalb weniger Minuten um sich herum alles vergisst. Das kongeniale Gitarrenspiel von Wolfgang Muthspiel tut sein übriges dazu, diese CD als Offenbarung zu empfinden. Die ausgezeichneten Mitmusiker sorgen dabei dafür, dass diese CD sich eigentlich keinem wirklichen Stil zuordnen lässt.
Eine fantastische CD, ebenso fantastisch aufgenommen.

Neuerwerb: Live And Unedited – The Historic 1965 Carnegie Hall Return Concert
√úber Vladimir Horowitz kann man geteilter Meinung sein. Viele kritisieren ihn nicht nur aufgrund oftmals eher mangelhafter „Performance“ während Livekonzerten, sondern auch wegen seines Habitus und seiner Starallüren. Diese Doppel-CD mit DVD gibt erstmals einen sehr guten Eindruck des Konzertes von 1965 wider: Während die damals herausgekommene Live-LP noch etliche, später aufgenommene Korrekturen der „Paptzer“ des Meisters enthielt, findet man auf diesen beiden Silberlingen das komplette Konzert ungeschnitten und mit allen „Verspielern“ des Meisters in sehr guter Qualität. Die Verspieler stören den Gesameindruck jedoch nicht, sondern sie lassen einen begreifen: Auch er war nur ein Mensch, der auch mal Fehler machte.
Von der musikalischen Interpretation her ist er nach wie vor erhaben gegenüber jeglicher Kritik und spielt lebhaft und emotional – auf den CDs finden sich Klassiker von Schumann, Chopin oder Débussy, also sein ganzes Repertoire, mit dem wer weltberühmt wurde. Das Konzert war seinerseits ein riesiger Erfolg, so spielte er erstmals seit 1963 wieder öffentlich vor Publikum. Die 3000 Eintrittskarten waren innerhalb weniger Stunden verklauft.
Das Booklet zur CD ist sehr hübsch gemacht und zeigt in alten schwarz-weiß Aufnahmen das ganze Drumherum zum Konzert: begeisterte Menschen jubeln ihm zu und stehen sich die Füße in den Bauch, um den Meister zu sehen. Vielleicht war auch er einer der ersten Pop-Stars?

Glück gehabt: Noch keine amerikanischen Verhältnisse in Deutschland
Man stelle sich vor, man esse über 4 Monate lang jeden Tag eine 400 Gramm Packung „Matador-Mix“ Lakritze-Mischung. Und dann bricht man mit Herzbeschwerden zusammen. Wer ist dann natürlich schuld? Die Herstellerfirma dieser wunderbaren Lakritze-Mischung. Was folgt ist eine Posse, die man bisher nur aus den Vereinigten Staaten kannte:
Die Herstellerfirma, die u.a. auch Erwachsene froh machen soll, wurde verklagt auf Schmerzensgeld und Erstattung der Behandlungskosten. Zum Glück wurde die Klage abgewiesen, da u.a. der Glycyrrhizingehalt weit unterhalb der Kennzeichnungsgrenze lag.
Es ist schon irre: Welcher normal denkende Mensch kann sich nicht denken, dass er durch den Verzehr solcher Mengen eventuell Gesundheitsstörungen bekommen kann? Schokolade in diesen Mengen soll ja auch nicht gerade gesundheitsfördernd sein, und auch Raucher können z.B. nicht behaupten, sie wüssten nicht über die Gefahren des Rauchens Bescheid…
Naja, amerikanische Verhältnisse haben wir nun dann doch noch nicht: Jeder kann nicht jeden wegen irgendetwas verklagen, die Verhältnismäßigkeit sollte weiterhin gewahrt bleiben.
Trotzdem: Man kann’s ja mal probieren… ;-)
