Für Anfänger und Kenner: Der 10 jährige Aberlour ist zur Zeit günstig zu bekommen! Bei Real und anderen Ketten ist die 0,75l Flasche für derzeit EUR 24,95 zu bekommen. Für diesen Preis erhält man einen sehr runden und geschmacklich feinen Malt, der einen weichen und süßen Abgang hat. Wirklich eine Empfehlung wert!
Joss Stone – The Soul Sessions
Joss Stone – The Soul Sessions wurde von der Kritik hoch gelobt. Zu Recht, wie ein „Selbstversuch“ nun ergeben hat. :-)
Seit gestern besitze ich die LP. Mein Freund Jörn hatte vor einigen Wochen schon sehr begeistert von Joss Stone berichtet. Mir war sie bis dato nur aus dem Radio bekannt, und mir gefiel der 60er/70er Jahre Soul-Stil auch sehr gut. Dank Jörns Begeisterung habe ich mich dazu durchgerungen, die Soul Sessions zu kaufen und ich muss sagen, dass ich sehr begeistert bin! Den Vergleich zwischen Joss und Janis Joplin, der häufig angeführt wird, halte ich jedoch für übertrieben – ein 17jähriges Mädchen kann keine Stimme haben wie jemand, der seit Jahrzehnten den Soul gelebt hat und auf entsprechende Lebenserfahrungen zurückblicken kann. Dennoch ist es erstaunlich, mit welchem „Schmelz“ Joss zur Sache geht: Der Soul kommt dermaßen authentisch rüber, dass es einem die Nackenhaare aufstellt. Zum Glück hat sich die Plattenfirma dazu durchgerungen, hochkarätige Mitmusiker an Joss‘ Seite zu stellen. Die Kombo spielt dermaßen erfrischend, dass es eine wahre Freude ist. Joss ist sicherlich eine der Neuentdeckungen der letzten Jahre.
Was jedoch zu befürchten ist: schaut man z.B. auf Norah Jones, muss man feststellen, dass viele der jungen Talente sehr schnell auf den „schnöden Mammon“ schauen und von der Musikindustrie verheizt werden. Das ist bei Joss jedenfalls auch zu beobachten: Hört man in das Nachfolgealbum rein, stellt man fest, dass der bodenständige Soul der ersten LP zu Beliebigkeit und Austauschbarkeit verkommt. Schade bei einem solchen Talent! Genau wie bei Norah Jones werde ich an der ersten LP meine große Freude haben und die Weiterentwicklung nicht wirklich ernst verfolgen.
Geiz ist ganz und gar nicht geil
Im Hifi-Forum gab es eine Meldung eines frustrierten Käufers, der ein Paar Canton-Lautsprecherboxen für EUR 900,00 beim Saturn erworben hat: Sie haben ihm nämlich zwei rechte Boxen verkauft (ja, es gibt Boxen, die aufgrund asymmetrischer Bauweise in rechte und linke Box unterschieden werden). Die Verkäufer behaupten aber steif und fest, dass das so in Ordnung ginge…
Hier zeigt sich mal wieder: Wer nicht blöd ist und auf Geilheit verzichten kann, sollte immer beim Fachhändler kaufen, denn wer billig kauft, bezahlt zwei Mal! Jetzt beginnt für den armen Käufer die Odyssee. Ich glaube jedoch kaum, dass er seine linke Box noch bekommen wird…
Zum Thema Lieblinge: John Zorn
Niemand muss Ihn mögen – wenige kennen ihn – die, die ihn kennen, spalten sich wie Atome… der bad guy des FreeJazz, ein Genie auf LSD, ein trashiger Dilettant? Was denn nun?
John Zorn spielt Altsaxophon und komponiert. Und er ist irgendwie wahnsinnig (meine Definition der Musik ist „TrashMetalBlastComicFunkPunkReggaeMetalJazz“) und ein Knitting Factory (New York) Schüler – noch Fragen? Es ist unglaublich, wieviel Energie in seinen Stücken steckt, aber es ist ebenso unglaublich, wie er komponiert: Er selbst sagt, sein großes Vorbild sei Carl W. Stalling, der die meisten Looney Tunes der Warner Bros. in den 40ern und 50ern vertonte. Und so, wie die Cartoons sind, arbeitet er auch: Collagenhaft, chaotisch, anarchisch und urkomisch. Sein musikalisches Spektrum ist aber viel weiter gefasst, so komponierte er viele moderne, aber sehr interessante Stücke für Streichquartet und Bläserensembles. Eine weitere Leidenschaft(nur filmerischer Natur) verbindet ihn mit der Sado/Maso-Filmerszene Japans. Hier hat er einige Filme vertont, die aus bestimmten Gründen in Europa nie zu sehen waren und sind. Die Soundtracks sind aber auf CD erhältlich – interessante, sehr schwermütige Sachen, die schwer eingängig sind. Seine Arbeit mit Bill Laswell unter dem Bandnamen „Pain Killer“ ist legendär und nichts für schwache Nerven. Hab ihn live Ende der 80er irgendwo im Schwäbischen mit seiner Combo „Naked City“ gesehen – es war unbeschreiblich!
Man mag ihn oder nicht – ich bin jedenfalls ein Fan!
Check it out:
http://www.amazon.de/exec/obidos/ASIN/B000005J08/
(die CD für „Einsteiger“ – Naked City)
http://www.tzadik.com/
(sein eigenes Label mit sehr modernen Sachen)
http://members.tripod.com/%7EJFGraves/zorn-index.html
(inoffizielle Homepage über ihn, aber sehr informativ, wenn auch schlecht lesbar)
Miles Davis – kind of blue
Den Klassiker „Kind of Blue“ von 1964 kann ich jedem ans Herz legen, auch denen, die sich nicht wirklich für Jazz interessieren. Es gibt eine remastered Version, die vor allem die Lieder, die bei allen älteren Versionen zu schnell liefen (! Ja, bei einigen Liedern lief bei der Aufnahme das Band zu langsam, beim Abmischen aber wieder normal – daher Lied in falscher Tonlage) jetzt richtig enthält. Mit Cannonball Adderly, John Coltrane, Bill Evans u.a. ist das genau der Klassiker, den man haben sollte! Fern ab vom noch nicht wilden Jazz erkennt man sehr gut, wo in den Jahren danach die Reise hingehen sollte.


