Gut erholt und wieder zu Hause…

Die zwei Wochen La Palma waren grandios! Wir haben uns gut erholt, gut gegessen, guten Wein genossen, viel frische Luft gehabt und vor allem keine moderne Technik wie Fernseher, Computer oder Radio in Griffnähe gehabt!

La Palma
Teile des Appartement-Arrangements
Die Appartementanlage war super (das Essen… hmmmm… ;) ) und nicht sehr groß (wichtig!) und bei ca. 25 Grad Luft- und 20 Grad Wassertemperatur kann ich diese Insel, die sehr sehr abwechslungsreich ist, jedem empfehlen, der zu dieser sauren Gurkenzeit mal raus will und schönes Wetter sucht!

Leuchtturm
Der Leuchtturm und dahinter die Salinen

Die Insel ist nicht überlaufen und ideal für ausgedehnte Wanderungen, die allerdings ordentlich auf die Puste gehen, da La Palma extrem „hügelig“ ist – der Roque de los Muchachos ist mit über 2.400 Meter der höchste Berg und beherbergt das größte europäische Observatorium auf seinem Gipfel.

Geschenkt bekommen: Ashley Kahn: „Kind Of Blue – Die Entstehung eines Meisterwerkes“

„Kind Of Blue“ ist sicherlich die Jazzplatte überhaupt. Generationen von Jazz-Begeisterten haben dieses Meisterwerk von Miles Davis zu Hause stehen, aber auch Nicht-Hörer von Jazz sind von ihm begeistert (worden). Zur Entstehungsgeschichte gibt es das oben erwähnte Buch von Ashley Kahn, das mir freundlicherweise von meiner Frau zum Geburtstag geschenkt wurde :-).
Das Buch geht auf die lange Vorgeschichte der Musiker ein, so erfährt man viel über die damalige Zeit nach dem Krieg, über die Jazzszene in den USA und vor allem auch über die beteiligten Musiker – über ihren Werdegang und ihre Probleme und Nöte, wie z.B. Geldknappheit oder Drogenkonsum. Kahn lässt dabei aber auch die Plattenindustrie nicht aus dem Auge, und so entfaltet sich vor dem geistigen Auge des Lesers ein Panoptikum der damaligen Zeit, das geradezu zwangsläufig in die Aufnahmesessions zu „Kind Of Blue“ mündet. Im Buch kommen vor allem viele Zeitzeugen zu Wort, die Kahn für sein Buch interviewt hat, und er erklärt auch viel zum Musikstil (dem sog. „modalen Jazz“), der auf dieser Scheibe zum ersten Mal richtig zum Einsatz gekommen ist und eine neue Ära einläutete. Er beschäftigt sich mit der Frage, wer denn nun die Stücke komponiert hat – Miles Davis oder Bill Evans (Bill erhielt 25 USD Prämie an den Verkäufen von Miles!) – eine Frage, die sich bis heute nicht eindeutig beantworten lässt, und ganz nebenbei erfährt man auch so einiges zu den damaligen Marketingstrategien von Columbia Records.

Für mich als Fan ein wirklich informatives und schönes Buch, das durch die vielen Abbildungen mehr als ergänzt wird.

Cover

Rogner & Bernhard, exklusiv bei Zweitausendeins, 2002
233 Seiten, gebunden, deutsche √úbersetzung
ISBN 3-8077-0176-1

Info-Snippets

Urlaub
Die nächsten 2 Wochen werde ich erst einmal auf La Palma verbringen, endlich wieder Urlaub….

Whiskymesse
Zur diesjährigen Interwhisky kann ich leider nicht kommen, auch wenn ich vorher anderes behauptet habe.

Umfrage
Ich rufe alle auf, an der Umfrage zum Thema „informationelle Selbstbestimmung“ teilzunehmen! Schließlich geht es um unsere „Mündigkeit“ als Individuum…

Ansonsten wünsche ich erstmal schöne zwei Wochen! ;-)

Gestern gesehen: Wächter der Nacht

Russisches Kino im Stile Hollywoods? Nun, das könnte ja vielleicht funktionieren, da Russland ja auf eine sehr lange und auch geniale Kinogeschichte zurückschauen kann.
Nach einigen Trailern, die mir eigentlich gefielen, habe ich mir gestern den mit vielen Vorschusslorbeeren ausgestatteten Film „Wächter der Nacht“ angeschaut. Wie immer hätte ich gleich am Anfang skeptisch sein sollen, wenn ein privater Fernsehsender an solchen Produktionen beteiligt ist – das hatte wirklich etwas von „Powered by ProSieben“. Wie auch immer…

Der Bus

Die Storyline ist sehr krude und leider nicht wirklich zu Ende gedacht. Was sehr fulminant anfängt, verliert sich nach der ersten größeren Actionszene (die mit dem sich überschlagenden Bus) immer mehr in Allgemeinplätzen. Ich will nichts von der Handlung verraten, aber wer sich vorgenommen hat, diesen Film anzuschauen, sollte nicht allzuviel erwarten: Ein russicher „Negativ-Neo“ √° la Matrix kämpft hier gegen das Böse, das in Form von Vampiren Probleme bereitet. √úberhaupt erscheint mir die überbordenen Mystik eher fehl am Platz, zumal sie von sehr kurzen und nichtssagenden Dialogen begleitet wird. Die Trickeffekte sind ganz ok, sicherlich ist man da bereits Besseres gewöhnt, aber damit könnte man sich abfinden, wenn denn die Story in Ordnung wäre. So aber quält man sich durch 2 Stunden Kino, das absurder nicht sein könnte. Regisseur Timour Bekmambetov, bekannt durch seine Werbeclips, war sichtlich bemüht, einen Blockbuster zu schaffen, der internationalen Standards gerecht wird. Gelungen ist es ihm meiner Meinung nach nicht.

Der Antiheld

Gar nicht lustig: wo geht die Reise hin?

Amazon, Google und Microsoft glänzen in letzter Zeit durch Suchmaschinen, personalisierte Services und sog. „customizing“ von Inhalten, die entsprechend einer Vorauswahl (oder interner Datenerhebung aufgrund des Einkaufsverhaltens) dem Nutzer „seinen“ Content darstellen. Im Prinzip ist das aus heutiger Sicht sicherlich sehr komfortabel, aber wo wird das in Zukunft hinführen?

Ein Flashmovie, das sich sehr kritisch mit dieser Thematik auseinandersetzt, findet sich auf makingithappen.co.uk. Flashmovies mit ernstem Inhalt? Ja, auch das geht…

Die Nachricht aus der Zukunft – Was ist epic? – 8 Minuten aus dem Jahr 2014, die unter die Haut gehen – das 2014 Museum of Media History.

Denkt mal drüber nach…